BFSG gilt — Barrierefreiheit ist gesetzliche Pflicht. Behörden prüfen bereits aktiv. Jetzt Compliance prüfen
Audit-Vorschau
Dies ist eine anonymisierte Vorschau eines echten Website-Audits. Der vollständige Bericht mit allen Befunden und Lösungsvorschlägen ist auf Anfrage verfügbar.
Wir haben die Website einer auf Familienrecht spezialisierten Kanzlei in einer westdeutschen Großstadt geprüft. Die Kanzlei betreut Scheidungsverfahren, Sorgerechtsstreitigkeiten und Unterhaltsberechnungen. Das Ergebnis: 78 Befunde — davon 4 kritisch und 24 wichtig.
Das Erstberatungs-Formular, in dem Mandanten ihre familiäre Situation, Kindernamen und Einkommensverhältnisse schildern, wird über eine unverschlüsselte HTTP-Verbindung übertragen. Die Seite hat zwar ein SSL-Zertifikat, aber die Formular-Action verweist auf eine HTTP-URL. Familiäre Konfliktschilderungen sind besonders schutzbedürftige Daten nach Art. 9 DSGVO.
Die Fachanwaltsbezeichnung "Fachanwältin für Familienrecht" wird prominent auf der Startseite und in den Meta-Tags verwendet, aber im Impressum fehlt die zuständige Rechtsanwaltskammer und der Staat der Verleihung. Dies ist ein Verstoß gegen § 5 Abs. 1 DDG in Verbindung mit § 43c BRAO und eine häufige Grundlage für Wettbewerbsabmahnungen.
Die wichtigsten Rechtsgebiets-Seiten — "Scheidung & Trennung" und "Sorgerecht & Umgangsrecht" — tragen ein noindex-Meta-Tag. Diese Seiten werden von Google nicht indexiert und erscheinen in keiner Suchanfrage. Die Kanzlei verliert damit den organischen Traffic für ihre Kern-Suchbegriffe.
Die Kanzlei bietet eine kostenlose Erstberatung an, aber es gibt keinen Online-Terminbuchungslink und keinen klaren Call-to-Action. Mandanten in einer Trennungssituation suchen oft abends oder am Wochenende — ohne sofortige Buchungsmöglichkeit geht dieser Lead an die Konkurrenz mit Online-Terminvergabe.
Die Datenschutzerklärung und das Impressum verweisen auf die "BRAGO" (Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung), die seit 2004 durch das RVG ersetzt wurde. Zudem wird auf eine veraltete Fassung der BORA verwiesen. Dies wirkt unprofessionell und untergräbt das Vertrauen potenzieller Mandanten in die Fachkompetenz der Kanzlei.
Der vollständige Bericht enthält 74 weitere Befunde mit detaillierten Beschreibungen, Auswirkungen und konkreten Lösungsvorschlägen.
Im Familienrecht suchen Mandanten in emotional belastenden Situationen nach einem Anwalt — oft spätabends oder am Wochenende. Wenn genau dann die Kernseiten nicht bei Google erscheinen und keine direkte Terminbuchung möglich ist, gehen diese Mandanten zur Konkurrenz.
Besonders kritisch: Das unverschlüsselte Mandantenformular überträgt familiäre Konfliktschilderungen im Klartext. Im Familienrecht, wo Vertrauen und Diskretion die wichtigsten Auswahlkriterien sind, kann ein solcher Datenschutzverstoß nicht nur zu einem Bußgeld führen, sondern auch das Mandantenverhältnis nachhaltig beschädigen.
Hintergrund-Artikel: Impressum-Pflicht 2026 und Die 7 häufigsten Cookie-Banner-Fehler.
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